Old but gold

Unser Nugget

Wie alles begann…

Ende 2012 machten wir uns auf die Suche nach dem passenden Gefährten für unsere Reise. Dabei stellte sich uns die Frage, was wollen wir denn eigentlich?

Etwas geländetaugliches wäre nicht schlecht, evtl. ein Geländewagen mit Faltdach oder Dachzelt. Gut geeignet bei schlechten Straßen (wer weiß wo wir lang fahren), kann durchs Wasser fahren, sieht gut aus… Da wäre ein Landrover doch gar nicht so schlecht!

Gesagt, gesucht und Glück gehabt, dass Jenny auf der Arbeit ein Landy-verrückten Vater hatte. Er hat uns eingeladen, um uns sein Prachtstück zu zeigen. Aus einem kleinen Besuch, der geplant war, wurde fast ein ganzer Tag mit Defender Führung und Testfahrt. Tolles Auto, definitiv. Aber… der Platz soll für uns reichen?? Mit Hunden?? Und das auch für eine längere Zeit?? Naja, vielleicht, wenn wir den selbst individuell ausbauen? Vielleicht dann mit längerem Radabstand? Hmm, war alles nicht ganz das richtige für uns…

Johann suchte und suchte nach einer anderen Lösung (zum Leid von Jenny Tag und Nacht und auch dazwischen).

„Was hältst du von einem Ford Transit?“ fragte Johann Jenny einen Tag. Und schon war er mit Opa bei seinem Cousin und hin und weg vom Ford. Er zeigte die Bilder und letztendlich entschlossen wir uns ausschau nach einem Ford Transit zu halten. Aber auch hier kamen viele Fragen auf: mit Hochdach oder Faltdach, ein Nugget oder ein Euroline, welches Baujahr, wie viele Kilometer… Worauf man alles achten muss…

Wir, aber vor allem Johann suchte das Internet rauf und runter. Wir fuhren zu den verschiedensten Händlern, aber fündig wurden wir nicht… Sollen wir nicht doch einfach einen leeren, älteren Kastenwagen nach unserer Vorstellung um- und aufbauen? Diese Autos waren noch lange nicht so selten und viiiel günstiger. Allerdings war hier das Problem der Zeit, wir beide ja mitten in unseren Prüfungen, und so entschieden wir uns doch gegen einen Eigenbau.Die Suche ging also weiter. Johann verfolgt nun schon das Forum der Nuggetfahrer, um evtl. unser passendes Gefährt dort zu finden. Mittlerweile war Jenny schon total genervt wegen dieser ewigen Suche, da Johann zwischendurch doch mal wieder auf dem Landy-Trip war und es hin und her ging.

Dann, einen Tag im Februar 2013 wurde Johann fündig: ein roter Ford Nugget Baujahr 1999 aus dem Frankental in Bayern. „Sollen wir da mal hinfahren? Auf dem Weg können wir uns auch noch einen anderen im Wohnmobilcenter anschauen.“ Jenny stimmte zu und so fuhren wir am 9. Februar 2013 Richtung Bayern. Was für eine Fahrt, der Schnee wurde mehr und mehr, je näher wir dem Ziel kamen. Beim Händler angekommen, wurden wir sehr enttäuscht. Die Autos die wir im Internet gesehen hatten, waren in einem miserablen Zustand. Nur die größeren und auch teureren Wohnmobile sahen gut aus. Es sollte wohl nicht so sein und wir fuhren in das kleine Örtchen Sulzheim bei Schweinfurt…

Endlich angekommen stand er da. Der weinrote Nugget im Hof  von Uwe und Moni! Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es auch schon zur Sache: Moni zeigte Jenny den Innenraum und erzählte von vielen Urlauben mit dem Nugget, währenddessen machten die Männer sich an Eckdaten, technischen Dingen und Roststellen zu schaffen. Drei Stunden vergingen bis wir uns im Wohnzimmer der Besitzer zum Kaffee zusammensetzten. Nur musste ja geklärt werden, ob wir den Nugget wollen oder nicht…

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Wir schauten uns an und ohne dass wir uns miteinander über das Auto ausgetauscht haben (Jenny war ja bei Moni und Johann bei Uwe) antworteten wir auf die Frage, ob wir ihn denn jetzt haben wollen: „Ja!“

Und so sind wir dann am 23. Februar per Mitfahrgelegenheit wieder ins schöne Frankental gefahren, um UNSEREN NUGGET endlich abzuholen. Natürlich konnten wir es uns nicht entgehen lassen, den Nugget direkt einzuweihen und haben bei Minus 10°C unsere erste Nacht darin verbracht (die Standheizung hätten wir in einem Landy noch einbauen müssen, da hätte so eine Aktion wahrscheinlich blaue Lippen in der Nacht gegeben…).

Am nächsten Tag machten wir uns nach dem Frühstück auf die Heimreise. Und um nicht ganz so viel für den Sprit zu bezahlen, haben wir unsere Fahrt ebenfalls bei Mitfahrgelegenheit eingetragen und mussten somit noch zwei Mädels aus der Innenstadt von Frankfurt abholen… Was für eine Totur und dann kamen die Mädels und sahen das Auto… Süsse 19 Jahre alt und wollten nach langer Partynacht und Shoppingtour am nächsten Morgen gerne zurück nach Hause nach Koblenz. Die Vorstellung von einem coolen Auto gingen bei uns und den Mädels weit auseinander. Wir glauben sie einfach nur froh, als Johann sie in Koblenz rausgelassen hatte.

Aufregend war sie ja schon die Suche nach „unserem Nugget“, aber wir waren auf froh als sie rum war. Doch dann kam ja noch die nächste Hürde Auto: die Reparatur und  Aufbereitung…

Eckdaten

Name                           Ford Transit Nugget

Geburtsjahr                  1999

Laufleistung                  aktuell Sept. 2013: 162 000 km

Farbe                            Ferrarirot

                    Vorbereitung und Reparatur

Um es kurz zu fassen: Es war noch einiges am Auto zu tun.

Angefangen von Verschleißteilen über den Rost bis hin zu den notwendigen Umbauten.
Ich danke hier schon mal für die Hilfe von Allen, die dazu beigetragen haben, dass wir pünktlich am 14. Oktober losfahren konnten.

Zu den Verschleißteilen:
Hier wurde so ziemlich alles getauscht was sich bewegt. Die größte Überraschung waren die Bremsen. Da der Verkäufer des Autos versichert hat, dass der Nugget vor kurzem die Bremsen gemacht bekommen hat, haben wir uns damit ein wenig Zeit gelassen. Zum Glück ist während des gesamten Fahrens vor dem Bremsentausch nichts passiert. Hier ein kleiner bildlicher Beweis für die Ehrlichkeit mancher Menschen:

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Fazit: Vertrauen ist gut.Kontrolle um einiges besser.

Danach ging es über das Traglager bis hin zum Zahnriemen über das Kardanwellengelenk. Hier hatte ich einige Bedenken, weil es doch Anfangs kompliziert klang. Jedoch mit Hilfe von Carlo würde ich jetzt jederzeit selber einen Zahnriemenwechsel durchführen.

Als Nächstes standen die Rostarbeiten an, die wir am Anfang nicht machen wollten. Doch mein Opa schafte es mich zu überzeugen und so durfte Aluminium und Spachtel am Auto verarbeitet werden. Das Auto ist jetzt zwar nicht vollständig rostfrei, jedoch in der Optik ein deutlicher Hingucker geworden 🙂 Was natürlich durch die Politurarbeiten noch mehr zur Geltung kam.

Danke Opa und Schmiddy.

Nicht zu vergessen sind die elektrischen Feinheiten, die eine längere und bequemere Standzeit ermöglichen. Nachdem wir eine schöne große Batterie (210 Ah) von Uwe bekommen haben konnte die Arbeit angefangen werden. Hier wurde hinten eine Möglichkeit geschaffen die Batterie zu integrieren und zwischen zwei Batterien für den Innenraum zu wechseln. Danke hier für die tatkräftige Unterstützung von meinem Cousin Alex und Flo.

Und noch ein paar Eindrücke